Recode.Remix.Design.
Kunst Codieren durch visuelle Programmierung mit Snap!
Die Ausstellung Recode. Remix. Design. in den Räumlichkeiten der Computing Education Research Group an der Freien Universität Berlin ist eine Hommage an die Pioniere der frühen Computerkunst der 1960er-Jahre. Mit seinen Exponaten knüpft der Unterrichtstechnologe und Mediendidaktiker Joachim Wedekind an deren Arbeiten an und interpretiert ihre Themen mit den Technologien der Gegenwart neu.
Von Logo zur Computerkunst: Bereits Anfang der 1980er-Jahre lernte Joachim Wedekind die Programmiersprache Logo kennen. Für einen Studienbrief zur Schildkrötengrafik entwickelte er erste eigene Programme mit ihrer ganz eigenen Ästhetik. Später entdeckte er überraschende Parallelen zur frühen Computerkunst: Beide arbeiten mit einfachen Grundelementen wie Linien, Polygonzügen, Quadraten, Kreisen und Ellipsen. Durch Wiederholung, Variation und gelenkten Zufall entstehen vielfältige ästhetische Strukturen.
Was ist Codierte Kunst?
Codierte Kunst entsteht auf der Grundlage von Algorithmen. Diese werden in einer Programmiersprache formuliert und erzeugen daraus Bilder. Das Kunstwerk lässt sich daher zugleich als Bild, Idee und Programmcode verstehen.
Der kreative Prozess
Auch der kreative Prozess wird in der Ausstellung nachvollziehbar: 1. Analyse
Am Anfang steht die genaue Analyse einer Bildvorlage oder einer eigenen Bildidee. Welche Grundelemente sind erkennbar? Welche Farben, Muster und Strukturen wiederholen sich? Welche Rolle spielen Variation und Zufall? 2. Algorithmus Im zweiten Schritt wird beschrieben, wie die Bildelemente und die Bildstruktur erzeugt werden sollen. Dabei werden zentrale Kenngrößen festgelegt – etwa Anzahl, Position, Größe, Ausrichtung und Farbe der grafischen Elemente. 3. Implementierung
Erst im letzten Schritt wird programmiert.Joachim Wedekind verwendet dafür die visuelle Programmierumgebung Snap!.
Begleitend zur Ausstellung ist unter gallery.computingeducation.de die Online-Gallery verfügbar. Dort finden sich die gezeigten Kunstwerke mit Hintergrundinformationen, Beschreibungen und den zugehörigen Snap!-Programmen zum Anschauen, Ausprobieren und Remixen. Die Ausstellung versteht sich damit als Einladung, die Arbeiten nicht nur zu betrachten, sondern sie nachzuvollziehen, zu verändern und eigene Varianten zu entwickeln.